Walter Sittler spielt Erich Kästner: „Als ich ein kleiner Junge war…“

Die grandiose Erzählung Als ich ein kleiner Junge war…

Walter Sittler gilt als einer der facettenreichsten Schauspieler Deutschlands.  Mit seinen Bühnenprogrammen von Erich Kästners Als ich ein kleiner Junge war hat er bereits ein großes Publikum in ganz Deutschland begeistert. Denn, wenn er den Werken von Erich Kästner seine Stimme leiht, trifft er stets den richtigen Ton. In der eigens für Walter Sittler eingerichteten Fassung der Erzählung erwachsen aus immer wiederkehrenden Erzählphasen kleine Szenen, nicht theaterhaft dramatisiert, ausschließlich zusammengehalten durch eine Architektur aus Sprache und Musik:
Ein Raum, Ende der vierziger Jahre in einer deutschen Stadt. Sieben Menschen, ein Schriftsteller und sechs Musiker, die hier gestrandet sind. Draußen auf dem Boulevard der Morgen, der sich bläulich getönt ankündigt. Während der große deutsche Autor mit den Augen eines Erwachsenen und mit dem Herzen eines Kindes aus dem Füllhorn seiner Erinnerungen zu erzählen beginnt, setzen sich die Musiker nach und nach an ihre Instrumente, begleiten die Geschichten, kommentieren sie, treiben sie voran.

Ein stilles Meisterwerk über die Kraft des Erinnerns – der große Komödiant mit sechs Musikern

Es sind Erich Kästners humorvolle, aber auch nachdenkliche Erinnerungen an das Leben eines kleinen Jungen, der den Launen eines verrückten Jahrhunderts mit kindlicher Gradlinigkeit und voller Lebensfreude entgegentritt. So vieles hat sich geändert im Verlauf der letzten hundert Jahre – und manchmal scheint es so, als sei dennoch fast alles gleich geblieben!
Martin Mühleis hat in geschicktem Zusammenspiel von Livemusik und Lichtregie eine Fassung vorgelegt, die wie für Walter Sittler gemacht ist. Die Hauptrolle aber spielt die Erzählung selbst, denn ihr Tempo, ihr Rhythmus und ihre Struktur geben den Ton in dieser Adaption vor. Die Komposition stammt aus der Feder von Libor Sima der schon für Eine Weihnachtsgeschichte verantwortlich zeichnete.
Walter Sittler verleiht dieser grandiosen Erzählung eine Kraft, die seinesgleichen sucht – mal melancholisch, mal brüllend komisch – ein Theatererlebnis!